Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2023

Wie die Zeit vergeht, schon wieder fast ein Jahr vorbei. Und was für eins. Im Quartier Glasower Straße war jede Menge los: Neue Projekte gingen an den Start, andere liefen weiter, es wurden Feste gefeiert und die Aktionsfondsjury und der Quartiersrat neu konstituiert. Eine Gute Gelegenheit für einen Rückblick auf das Jahr 2023.

Am 1. Februar kamen die Mitglieder des Quartiersrates zu ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Mit dabei auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Neuköllns und Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, Jochen Biedermann, der Fragen der Quartiersratsmitglieder beantwortete. Zum Beispiel gab es den Vorschlag, den vorhandenen Radweg über die Juliusstraße hinaus einzuzeichnen. Der Stadtrat versprach, sich zu kümmern, und das tat er auch. Vier Wochen später waren die Markierungen auf der Hermannstraße über die Juliusstraße hinaus verlängert worden.

Das Erdbeben in der Türkei im Februar rief eine Welle der Hilfsbereitschaft hervor. Das Familienzentrum organisierte Anfang März eine Spendensammelaktion, bei der mehr als 1.425 Euro zusammenkamen.

Das Projekt „Kulturbrücke Jugenddemokratie“ richtete einen Kanal bei Instagram ein, um besser mit den Jugendlichen zu kommunizieren. Jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr waren sie in den Jugendclub „Underworld“ zu unterschiedlichen Veranstaltungen eingeladen: Per Audio den Kiez erkunden, sich in analoger Fotografie probieren, Collagen basteln, und, und, und.

Im März waren dann alle Bewohnerinnen und Bewohner aufgerufen, ihre Ideen für den Kiez zu Papier zu bringen und als Antrag beim Aktionsfonds einzureichen. Und damit das auch kontinuierlich weiterlaufen kann, wurden auch noch neue Mitglieder für die Aktionsfondsjury gesucht.

Für das erste Baufondsprojekt „Umgestaltung Spielplatz Silbersteinstraße 119“ gab es im März ein Beteiligungsverfahren im Familienzentrum „Vielfalt“. Kinder und Familien konnten malen oder schreiben, was sie sich für den Spielplatz wünschen.


Am 1. April war die Nachbarschaft zum gemeinsamen Fastenbrechen während des Ramadans eingeladen, organisiert vom Furkan e. V. Mehrere hundert Nachbarinnen und Nachbarn nahmen Teil.

Die Stadtteilmütter im Haus der Familie, Kunst am Tag der Städtebauförderung, Kaffeetrinken auf dem Kranoldplatz und der Aktionsfonds Garten in der Kita GL18.

Im April stellten sich die Stadtteilmütter auf der Quartierswebsite vor. Seit drei Jahren sind sie im Haus der Familie und laden Mütter jeden Donnerstag zu Gesprächen und anderen Aktivitäten ein. Sie sollen Familien fördern, denen aufgrund verschiedener Barrieren nur wenig Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich ist. 

Bei strahlendem Sonnenschein fand am 12. Mai 2023 das traditionelle Kaffeetrinken auf den Kranoldplatz statt, organisiert vom Kranold-Weder-Netz. Es gab Kaffee und Tee und leckeren Kuchen, von dem schon nach einer Stunde Nachschub geholt werden musste.

Am deutschlandweiten „Tag der Städtebauförderung“ am 13. Mai 2023 beteiligte sich auch das Quartier Glasower Straße. Rund um den Spielplatz Bendastraße/Delbrückstraße gab es verschiedene MitMach-Angebote und die Projektfonds-Projekte stellten sich vor. So war das Projekt „Gutes Klima für den Kiez“ vor Ort, um mit Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch zu kommen und grüne Ideen für den Kiez zu sammeln. Die „Kulturbrücke Jugenddemokratie“ bot Kunstworkshops zum Mitmachen. Auf Ideenwänden konnten alle ihre Gedanken zum Leben im Kiez farbig gestalten.

Im Mai stimmte die Aktionsfondsjury sechs Aktionsfondsanträgen zu. Die Kita „Kleiner Fratz“ legte sich einen „Kinder-Garten im Kindergarten“ zu, die Jugendlichen aus dem Club „Underworld“ beschäftigten sich mit analoger Fotografie und beim 3. Dezentralen Kiezfest im Juni gab es wie in den Jahren zuvor eine Rallye durch das QM-Gebiet. Auch das Fußballturnier und Spielefest, organisiert vom Kranold-Weder-Netz, sollte gefördert werden, leider musste dies jedoch abgesagt werden, da der Bolzplatz an der Bendastraße bis September nicht bespielbar war. Zuletzt wurden auch für eine Müllsammelaktion am „World Cleanup Day“ Sachmittel bewilligt. 

Im ereignisreichen Mai startete außerdem das Projektfonds geförderte ProjektVorschularbeit für Kinder ohne Kitaplatz“ im Haus der Familie mit dem Träger Kleiner Fratz GmbH. Kinder, die nicht in einer Kindertagesstätte betreut werden, können Dienstags und Donnerstags für drei Stunden am Angebot zur Förderung der Bildung und Sozialkompetenzen teilnehmen.

Im Juni standen Konzertbesuche während der „Fête de la Musique“ auf dem Programm der „Kulturbrücke Jugenddemokratie“. Ebenso ein Fotospaziergang, dessen Ergebnisse später auf dem Carl-Weder-Platz präsentiert wurden.

Für zwei neue Projekte aus dem Projektfonds wurden im Juni Träger gesucht. Bei den Trägerauswahlgesprächen für die Projekte „Nachbarschaftliches Miteinander auf dem Kulturbunker“ und „Empowerment für gesunde und nachhaltige Ernährung“ konnten gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, dem Bezirksamt Neukölln und den zuständigen Fachämtern, Projektpatinnen und -paten aus der Nachbarschaft und dem QM-Team zwei engagierte und kompetente Träger gefunden werden.

Am 15. Juni wurde außerdem das 3. Dezentrale Kiezfest mit vielen Angeboten von Spiel bis Sport, von Information und Beratung gefeiert. 

Das 3. Dezentrale Kiezfest, der Sperrmüll- und Tauschmarkt, Fotoworkshop im Carl-Weder-Park und Schnuppersitzung des Quartiersrates.

In der zweiten Jahreshälfte traf sich die Aktionsfondsjury erneut zwei mal, und stimmte fünf weiteren Anträgen zu: der Jugendclub Underworld schaffte sich mit tatkräftiger Unterstützung der Jugendlichen einen Billardtisch an, der zur Freizeitgestaltung und Bildung neuer Freundschaften genutzt wird. Eine Anwohnerin stattete den Kiez mit Hula-Hoop-Reifen aus, die in den warmen Monaten draußen zu gemeinsamen Hula-Fitness-Workshops genutzt werden können. Eine andere Anwohnerin konzipierte eine mehrtägige Gesangswerkstatt mit Loop-Station für Jugendliche im Kiez. Mit einem Herbstfest und einem Weihnachtsmarkt wurden außerdem zwei Kiez-Feste für Nachbarinnen und Nachbarn gefördert.

Nach zwei Jahren gab es am 10. August wieder einen Tausch- und Sperrmüllmarkt auf dem Kranoldplatz. Und die Bewohnerinnen und Bewohner nutzten das gerne aus, um Keller und Dachböden aufzuräumen. Zwei Fahrzeuge füllten sich und fuhren vor der Zeit ab. Was noch verwertbar war, wurde zum Tausch angeboten. Mit dabei das Projekt „Gutes Klima für den Kiez“, bei dem man kleine Notizhefte aus Restpapier fertigen konnte. Nebenan zeigte die Initiative „BERLINtrenntGLAS“, wie aus alten Flaschen hübsche Vasen werden können. Vom Quartiersmanagement gab es frischen Kaffee, QM-Tragebeutel und Informationen zur Quartiersarbeit. 

Musikalisch und fotografisch ging es auch im Sommerprogramm der „Kulturbrücke Jugenddemokratie“ zu, die weiterhin mittwochs im Jugendclub „Underworld“ oder auf den Plätzen und Straßen des QM-Gebiets anzutreffen waren. Beim Sommerfest gab es verschiedene Workshops und eine Ausstellung mit Fotos, die die Jugendlichen selbst geschossen und entwickelt hatten.

Ein Highlight des Jahres war die neue Konstituierung des Quartiersrates. Um neue Mitglieder zu gewinnen lud das QM-Team am 6. September zur „Schnuppersitzung“ des Quartiersrates ein. Einige interessierte Bewohnerinnen und Bewohner kamen vorbei und machten sich mit der Arbeit des „QR“ vertraut. Für sie gab es einen kleinen Crash-Kurs in Sachen Quartiersmanagement. Sie konnten auch gleich aktiv mitarbeiten: Zusammen mit den „alten Hasen“ haben sie Orte, Themen, Akteurinnen und Akteure oder Veranstaltungen gesammelt, die Ihnen im Kiez wichtig sind und die sie mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn teilen wollten. Da einige von ihnen gerade erst zugezogen waren, ergab sich so mancher „Aha-Moment“. Vorgestellt wurden auch die Projekte, die aus den gemeinsam entwickelten Projektideen der vorherigen Quartiersratssitzungen in 2023 entstanden sind: Für das Programmjahr 2024 sind die Projekte „KiezFit – Auf die Plätze und in die Parks!“, ein Sportangebot für die Nachbarschaft und insbesondere auch für Mädchen und (junge) Frauen, sowie das Projekt „Stärkung und Erweiterung des Kranold-Weder-Netzwerkes“ vorgesehen.

Beim „World Cleanup Day“ im September waren dieses Jahr auch Bewohnerinnen und Bewohner aus dem QM-Gebiet dabei und haben im Carl-Weder-Park und in den angrenzenden Straßen Müll gesammelt. Besonders die Kinder waren eifrig dabei. Die geförderte Aktion wurde von einem Anwohnenden organisiert und gemeinsam mit dem Familienpunkt in der Jahnstraße durchgeführt.

Das schöne Wetter im September haben Schülerinnen und Schüler der Zürich-Grundschule ausgenutzt und Baumpatenschaften übernommen. Mit Unterstützung des Projekts „Gutes Klima für den Kiez“ haben sie Straßenbäume mit prall gefüllten Wasserspendern versehen.

Weniger Glück mit dem Wetter hatte der Verein „Kulturlabor Trial&Error“, der sein Projekt „Nachbarschaftliches Miteinander auf dem Kulturbunker“ mit einem Herbstfest startete. Kälte und Regen hielten aber die Familien nicht ab, trotzdem zu kommen. Während die Kinder begeistert bastelten, trafen sich die Eltern zu angeregten Gesprächen. Denn darum geht es schließlich: Das Dach des Kulturbunkers soll für nachbarschaftliches Miteinander zur Verfügung stehen.

Am 2. November feierte das Familienzentrum „Vielfalt“ ein Herbstfest, gefördert vom Aktionsfonds. Es gab jede Menge Mitmach-Stationen für die Kinder und natürlich reichlich zu Essen. Zum Abschluss zogen die Kinder und Eltern mit ihren Laternen zur Kinderwelt am Feld, wo bei Lagerfeuer und Punsch gemeinsam Herbstlieder gesungen wurden.

Clean-up-Day, Baumpaten an der Zürich-Schule, Weihnachtsmarkt in der Kita und Wunderstunden auf dem Kulturbunker.

Dass im Gebiet gebaut wird, ist ja nicht zu übersehen. Aber was und wer da baut, das erfuhren Interessierte bei einem Kiezspaziergang zum Wohnungsneubau in Nord-Neukölln, zu dem das Bezirksamt Neukölln eingeladen hatte.
Ein anderer Kiezspaziergang führte zurück in die deutsche Geschichte. Der Verein proNeubritz e. V. gedachte am 9. November den Neuköllner Opfern des Nationalsozialismus mit einem Besuch der Stolpersteine im Kiez.

Am 8. November 2023 kam der neue Quartiersrat des QM Glasower Straße zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Es ist die zweite Amtsperiode seit der Einrichtung des Quartiersmanagements in diesem Gebiet in 2021. 22 Mitglieder konnten für den Quartiersrat Glasower Straße gewonnen werden. Zu den zehn Einrichtungen kommen zwölf Anwohnende, die sich auf der Webseite vorstellten. 

Zu den üblichen Ständen auf dem Wochenmarkt „Dicke Linda“ kamen am 11. November noch einige hinzu, um ein Kiezfest am Kranoldplatz zu feiern. Es gab Mitmach-Aktionen und Infostände zur Bürgerbeteiligung und zur Vorstellung nachbarschaftlicher Projekte, alles unter dem Motto „Für ein müllfreies und gesundes Zusammenleben“. Und am etwas traurigen Beet an der Westseite des Kranoldplatzes wurden auch noch einige Blumenzwiebeln gepflanzt. 

Dass sich viel bewegt im Kiez konnte auch durch einen weiteren Meilenstein gefeiert werden: Die Initiative Kranold-Kiezblock hatte monatelang Unterschriften gesammelt. Am 15. November dann stimmte die Bezirksverordnetenversammlung zu, im Gebiet einen Kiezblock einzurichten.  

Im Dezember dann waren Nachbarinnen und Nachbarn eingeladen, sich auf dem Dach des Kulturbunkers während der „Wunderstunden“ bei Lichtspielen, weihnachtlicher Musik und warmem Apfelpunsch zu treffen, kennenzulernen und auszutauschen.

Am 6. Dezember öffnete die Kita Kleiner Fratz GL18 ihre Tore für den  Weihnachtsmarkt auf dem Kita-Gelände und verzauberte Groß und Klein mit der weihnachtlichen Atmosphäre. Es duftete nach Punsch, Zuckerwatte und Maronen, die Kinder konnten kleine Geschenke basteln und auch der Nikolaus schaute vorbei. Gefördert wurde die Aktion durch den Aktionsfonds, und viele Nachbarinnen und Nachbarn schauten vorbei. Die Einnahmen gingen an JACK, die Bildungsstätte für geflüchtete und schutzbedürftige Frauen. 

Den Abschluss des Jahres bildete wie immer die „Weihnachts-Linda“, der Weihnachtsmarkt auf dem Kranoldplatz. Auch das QM-Team war mit einem Stand mit dabei und ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, mit den Anwohnenden und Aktiven im Kiez einen Plausch zu halten, den ehrenamtlich Tätigen ein großes Dankeschön auszusprechen und Nachbarinnen und Nachbarn schöne Feiertage zu wünschen.

Der QM-Stand auf der Weihnachts-Linda

Fotos: Regina Friedrich, MTS Social Design.

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