Das Bezirksamt hatte am 16. Januar 2026 zu einer Informationsveranstaltung zu Umbau und baulicher Anpassung der Gehwege im Kreuzungsbereich Hertastraße/Kranoldstraße in die Philipp-Melanchthon-Kirche eingeladen. Einen ersten Vor-Ort-Termin gab es schon im vergangenen Jahr. Nun wurden die Pläne vorgestellt, um die Öffentlichkeit zu informieren und eventuelle „blinde Flecken“ in der vorliegenden Planung zu erkennen und beheben zu können.
Vorgesehen ist, die Kreuzung für Fußgänger*innen einfacher und sicherer zu gestalten. Die bisher bestehenden freien Rechtsabbieger neben den Mittelinseln werden zu Gehwegen umgebaut, sodass kleine Platzflächen entstehen. Die Fahrbahnen der Kranoldstraße werden im rechten Winkel auf die Hertastraße geführt und im Bereich der Gehwege auf Gehwegniveau angehoben. Durch die schmalere Fahrbahn und die rechten Winkel werden Abbiegegeschwindigkeiten reduziert und damit die Sicherheit des Fußverkehrs erhöht.
Für die Querung der Hertastraße wird es zukünftig auch auf der Westseite markierte Gehwegvorstreckungen in Verbindung mit Radabstellanlagen geben, die durch Poller gesichert sind. Auch auf der Ostseite werden die bestehenden Gehwegvorstreckungen entsprechend angepasst. Zudem werden die Bordsteine abgesenkt und barrierefrei ausgebaut. Geplant ist auch, die BVG-Haltestelle in der Hertastraße etwas nach Westen zu verlegen, um die Sichtbeziehungen für den querenden Fußverkehr deutlich zu verbessern. Weiter vorgesehen ist die Anordnung von Tempo 30 in der Kranoldstraße zwischen Hertastraße und Hermannstraße. Das offenbar fehlende Tempo 30-Schild in der Hertastraße zwischen Silbersteinstraße und Hermannstraße soll wieder angebracht werden.
Steffen Burger, Projektsteuerer im Straßenneubau des Bezirksamtes, stellte mit einem Ingenieur von der Stadtraum GmbH die Planungen im Detail vor. Nicht alle Wünsche und Vorschläge von Anwohnenden konnten berücksichtigt werden, das ließ das Budget von 150.000 Euro für die Maßnahme nicht zu. Zudem gibt es für die Hertastraße einen von der BVV angenommenen Einwohnerantrag für einen geschützten Radweg. Wann dieser umgesetzt wird, ist noch nicht bekannt, aber es können deshalb auch keine größeren Umbauten an der Fahrbahn vorgenommen werden. Die Beseitigung der für Fußgänger*innen gefährlichen Spurrillen auf der Hertastraße erfordern erhebliche finanziellen Mittel. Die gewünschte Verlegung der Bushaltestelle, um eine freiere Sicht auf die Straße zu haben, muss noch vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) genehmigt werden. Die BVG hat zugesagt, dass die Kranoldstraße nicht mehr als Stellplatz für den SEV benötigt wird. Von den Anwesenden begrüßt wurden die Gehwegvorstreckungen und die Fahrradstellplätze an der Hertastraße sowie die Kennzeichnung der Sperrflächen durch Poller. Um den Verkehr besser fließen zu lassen, verschwindet die Mittelinsel. Was die Einrichtung der Tempo 30-Zonen betrifft, konnte Steffen Burger noch keine Aussagen treffen. Er sicherte außerdem zu, dass Lieferverkehr weiterhin möglich sei, ebenso wie die freie Zufahrt für Feuerwehr und Rettungswagen.
Für die Kranoldstraße ergibt sich eine deutliche Verbesserung. Sie wird als Gehwegüberfahrt gestaltet. Das heißt, die Pflasterung der Straße wird auf die Höhe des Gehweges angehoben, sodass Fußgänger*innen ohne Probleme durchgehen können. Die Autos fahren eine kleine Rampe hoch und wieder hinunter, was ihre Geschwindigkeit etwas drosselt.
Nicht nur die älteren Anwohnenden wünschten sich mehr Grün und Sitzbänke. Was die Bänke angeht, ist eine Aufstellung möglich, die Orte müssten noch festgelegt werden. Mehr Grün bedeutet aber auch mehr Aufwand für das Straßen- und Grünflächenamt, was dieses jedoch weder finanziell noch personell leisten kann. Zumindest ein Baum wird neu gepflanzt und die Baumscheiben der vorhandenen Bäume vergrößert. Das Problem dabei ist, dass in diesem Bereich viele Leitungen liegen, die Wärme abgeben, was die Bäume nicht gut vertragen. Zudem müssten Abstände eingehalten werden wegen des Wurzelwerks.
Bei dem Vor-Ort-Termin 2025 war Steffen Burger noch zuversichtlich, dass die Bauarbeiten im selben Jahr beginnen könnten. Da aber noch Zuarbeiten und Genehmigungen anderer Beteiligter ausstehen, wird sich der Baubeginn verzögern und wohl erst zum Jahresende 2026 starten können.
Weitere Informationen und die Pläne finden sich unter mein.berlin.de. Dort gibt es auch eine Beschreibung in leichter Sprache.
