“Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder”

… böse Menschen kennen keine Lieder“. Das Sprichwort hat sich im Quartier voll bewahrheitet, seit im September 2025 das Projekt „MusiKIEZieren“ gestartet ist. Die ersten Veranstaltungen sind gelaufen, mit Kindern, Eltern und Senior*innen wurde auf vielfältige Weise Musik gemacht, es gab Konzerte und Workshops und es hat sich ein Kiezensemble zusammengefunden. Zeit für einen kurzen Rückblick mit Rike Nickel von Projektteam des WerkStadt Kulturverein e. V., dem Träger des Projektes. 

Was bereitet Ihnen als Träger besonders viel Freude bei der Durchführung des Projekts?
Rike Nickel: Das sind immer wieder die Workshops und öffentliche Veranstaltungen. Zu sehen, wie Menschen aus dem Kiez verschiedenen Alters und verschiedener Hintergründe durch musikalische Formate zusammentreffen und in Verbindung treten, ist wirklich schön. 

Instrumente basteln beim Perkussions-Workshop im Familienzentrum "Vielfalt".

Welche Erfolge konnte das Projekt bisher verzeichnen? Gab es Highlights in den letzten vier Monaten?
Rike Nickel: Ein Highlight war sicher die erste Kiez-Bühne im Café „Coco Senol“.  So unterschiedliche Menschen aus der Nachbarschaft hatten die Möglichkeit, aufzutreten, es wurde gemeinsam gesungen und Musik gemacht – ein sehr berührendes Erlebnis. Und dann der „Tag der Städtebauförderung“ auf dem Kulturbunker: ein buntes und lebhaftes Zusammenkommen, familiär, viel Neugier, gemeinsam Neues ausprobieren.

Welche Zielgruppen haben Sie erreicht? 
Rike Nickel: Unsere Zielgruppen sind altersübergreifend und glücklicherweise erreichen wir auch Menschen zwischen 0 und 100!

Mit welchen Einrichtungen oder Akteur*innen arbeiten Sie zusammen?
Rike Nickel: Mit dem Café „Coco Senol“, dem Familienzentrum „Vielfalt“, dem Familienpunkt Jahnstraße, dem Kulturbunker, dem Projekt „KiezGewinnt“, dem Verein „bwgt e.V.“, dem Haus der Familie, dem Haus Rixdorf, dem Kranold-Weder-Netz, dem Jugendclub „SpinOff”, dem Spielplatz Bendastraße, den Marktplanern, der Adarschule und anderen.

Musikworkshop in der Adar-Schule.

Was hat bisher gut funktioniert, welche Formate haben sich bewährt?
Rike Nickel: Das Kiez-Ensemble für Erwachsene im Familienpunkt Jahnstraße, der Musikworkshop für Senior*innen im Haus Rixdorf, die Mitmachmusik für Kinder und Familien bis sechs Jahre im Familienzentrum „Vielfalt“, die musikalischen Mitmach-Workshops bei öffentlichen Veranstaltungen wie z. B. dem „Tag der Städtebauförderung“, das Konzert auf dem Kranoldplatz, die Communitymusik.

In welcher Phase befindet sich das Projekt derzeit?
Rike Nickel: Es gibt wöchentlich stattfindende Workshopangebote und wir sind sichtbar bei öffentlichen Veranstaltungen. Nicht zu vergessen das große Konzert letztes Jahr als Auftakt. Und wir erreichen jetzt schon diverse Altersgruppen.

Welche Ziele verfolgt das Projekt in dieser Projektphase?
Rike Nickel: Wir sind gerade bei der Planung des dezentralen Musikfestes im September und etablieren die bereits vorhandenen offenen Formate. Auf der Agenda steht auch die weitere Vernetzung der Menschen und Akteur*innen in der Nachbarschaft. 

Die Kiezbühne im Café "Coco Senol". Foto: R. Nickel

Wo liegen Schwierigkeiten und Hürden und welche Lösungsansätze haben Sie?
Rike Nickel: Derzeit ist es schwierig, Jugendliche einzubinden. Es gibt keine gute Anknüpfungsstelle und viele der jungen Menschen, zu denen wir in der Vergangenheit Kontakt hatten, sind jetzt in anderen Lebensphasen, machen zum Beispiel eine Ausbildung. Durch Einbindung und Festlegen von Verantwortlichkeiten, aber auch finanziellen Anreizen wie der Ehrenamtspauschale schaffen wir es, Jugendliche zu aktivieren und sich mit der Veranstaltung so zu identifizieren, dass sie Freunde mitbringen und länger verweilen.
Interesse bei den Menschen zu wecken ist relativ einfach, sie zur Teilnahme an Angeboten zu aktivieren aber deutlich schwieriger. Deshalb bemühen wir uns um vermehrte Sichtbarkeit und der Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen im Quartier. Wichtig ist auch die persönliche Ansprache.

Welche Änderungen fanden im Projekt statt und welche Erwartungen mussten angepasst werden?
Rike Nickel: Es waren bisher keine Änderungen notwendig, alles läuft nach Plan.

Auf welche Veranstaltungen können sich die Menschen freuen?
Rike Nickel: Auf das Kaffeetrinken auf dem Kranoldplatz am 28. Mai 2026 mit dem Kiez-Ensemble „Format“, ein Elternfrühstück mit gemeinsamen Singen zum Opferfest am 1. Juni 2026 im Haus der Familie und das Dezentrale Musik- und Kiezfest rund um den Spielplatz Bendastraße am 4. September 2026.

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