Neues Beratungsprojekt gegen Wohnungsnot

Die Umwandlung von Wohnraum in Eigentumswohnungen ist in Berlin weit vorangeschritten. Viele Menschen werden durch Eigenbedarfskündigungen aus ihren Wohnungen und ihrem sozialen Umfeld verdrängt. Um die daraus entstehende Wohnungsnot zu stoppen, wollen die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Pankow gemeinsam mit dem Berliner Mieterverein betroffene Mietenden im Rahmen der Projektplattform “Baustelle Gemeinwohl” beraten und informieren. Außerdem soll das Problembewusstsein zum Thema Umwandlung vertieft und verstärkt werden. Parallel werden die Projektpartnerinnen und -partner vom Gesetzgeber Instrumente und gesetzliche Reformen zur Entschärfung der Problemlage einfordern.
Hierfür werden laufend Informations- und Diskussionsveranstaltungen durchgeführt sowie Flyer und Informationsbroschüren erstellt. Auch digitale Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten werden genutzt. Vorliegende Berichte, Studien und Daten zusammengetragen und ausgewertet sowie neue Studien und Gutachten beauftragt. Eine Allianz zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Wohnungswirtschaft wird aufgebaut. Um die Wirksamkeit zu erhöhen, wird zudem eine Vernetzung mit Akteuren in anderen Großstädten angestrebt. Projektpartnerinnen und -partner sind neben Mieterverein und Bezirksämtern auch die asum GmbH und AKS Gemeinwohl.

Die Auftaktveranstaltung findet am 10. Februar 2025, von 18 bis 21 Uhr, im Kiezraum auf dem Dragoner-Areal, Obentrautstr. 19-21, 10963 Berlin, statt.
Hier geht es zur Anmeldung.

Dazu sagt Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr in Neukölln: „Die Sorge um die eigene Wohnung ist für viele Neuköllner:innen inzwischen das Angstthema Nr. 1. Dabei wissen viele Mieterinnen und Mieter nicht, ob sie in einer bereits umgewandelten Wohnung leben oder nicht – und was das für sie bedeuten kann. Es handelt sich dabei um ein gesamt-Berliner Problem, daher wollen wir im Rahmen des Projekts bezirksübergreifend informieren und beraten.“ Ulrike Hamann-Onnertz vom Berliner Mieterverein erklärt: „Das Umwandlungsverbot ist eines der wenigen wirksamen Instrumente zum Schutz von Mietwohnraum. Der bereits umgewandelte Wohnraum hängt wie ein Damoklesschwert über den Mietenden, die Eigenbedarf befürchten müssen. Bis heute gibt es zu wenig Schutz vor gekauftem Eigenbedarf. Wir setzen uns gemeinsam mit den Bezirken und Initiativen dafür ein, dass sich das ändert.“

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